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Mehrsprachige Website: Wann sich das in Wien rechnet

Eine zweite Sprache kostet nicht nur Übersetzung, sondern Pflege. Wann sie sich lohnt, welche Sprache zuerst und warum die halbe Lösung schlechter ist als keine.

23. Juli 20262 Min Lesezeit

Zwei gleich aufgebaute Blätter nebeneinander als Sinnbild für zwei Sprachfassungen derselben Seite.

In Wien spricht ein erheblicher Teil der Bevölkerung zu Hause eine andere Sprache als Deutsch. Das ist ein gutes Argument für eine zweite Sprachfassung — und trotzdem ist sie nicht immer die richtige Entscheidung.

Die Frage vor der Frage

Eine zweite Sprache nützt nur, wenn Sie in dieser Sprache auch behandeln und telefonieren können. Eine englische Website, nach der jemand anruft und niemanden erreicht, der Englisch spricht, erzeugt Enttäuschung statt Patienten.

Das klingt selbstverständlich und ist der häufigste Fehler. Prüfen Sie zuerst, was Ihr Team tatsächlich abdecken kann — und zwar dauerhaft, nicht nur solange eine bestimmte Person da ist.

Welche Sprache zuerst

Englisch ist meist die naheliegende: Es erreicht nicht nur Muttersprachler, sondern alle, die in Wien arbeiten und noch kein Deutsch sprechen. Für Praxen in den inneren Bezirken oft die wirksamste Ergänzung.

Andere Sprachen lohnen sich, wenn Ihr Bezirk eine deutliche Prägung hat und Sie selbst oder jemand im Team die Sprache spricht. Dann ist es sogar der stärkere Hebel, weil es kaum Mitbewerb gibt.

Ein Hinweis auf der deutschen Seite, welche Sprachen in der Praxis gesprochen werden, ist übrigens fast immer sinnvoll — selbst ohne eigene Sprachfassung.

Warum die halbe Lösung schadet

Übersetzte Startseite, Rest auf Deutsch: Der Besucher klickt weiter und landet in einer Sprache, die er nicht versteht. Das ist frustrierender, als wenn es die Sprache gar nicht gäbe.

Ebenso die automatische Übersetzung per Knopfdruck: Bei Gesundheitsthemen entstehen dabei Formulierungen, die von unfreiwillig komisch bis inhaltlich falsch reichen. Und Google wertet maschinell übersetzte Seiten nicht als eigenständigen Inhalt.

Wenn, dann vollständig und von Menschen übersetzt — zumindest für die Seiten, die zur Anfrage führen.

Was es laufend kostet

Jede Änderung fällt doppelt an. Neue Leistung, geänderte Zeiten, neuer Text: alles zweimal. Das ist der Posten, den man beim Start unterschätzt, und der Grund, warum viele zweite Sprachfassungen nach einem Jahr veraltet sind.

Unser Fazit

Eine zweite Sprache lohnt, wenn Sie in ihr auch sprechen können, wenn sie vollständig ist und wenn Sie den doppelten Pflegeaufwand einplanen. Sind Sie bei einem der drei Punkte unsicher, ist der Hinweis „wir sprechen auch Englisch" auf der deutschen Seite die ehrlichere und wirksamere Lösung.