Anfragen
Preise auf der Website zeigen — oder lieber nicht?
Das Argument gegen Transparenz klingt plausibel und hält selten. Was für Preise spricht, wann Zurückhaltung berechtigt ist und die Lösung dazwischen.
13. August 20262 Min Lesezeit

Erstgespräch
Kostenlos beraten lassen„Wenn ich Preise hinschreibe, vergleicht man mich nur." Das ist das häufigste Argument gegen Transparenz — und es beschreibt etwas, das ohnehin passiert. Verglichen werden Sie so oder so. Die Frage ist nur, ob mit Ihren Zahlen oder mit geschätzten.
Was für Preise spricht
Sie sortieren vor. Wer Ihre Größenordnung sieht und trotzdem anfragt, hat sie akzeptiert. Das erspart beiden Seiten Gespräche, die im dritten Satz enden.
Sie beantworten die meistgestellte Frage. Bei fast jedem Dienstleister ist „Was kostet das?" die häufigste Suchanfrage. Wer sie auf der Seite beantwortet, wird dafür gefunden.
Sie wirken sicher. Ein Preis, den man nennen kann, signalisiert, dass jemand weiß, was er tut. Der Schweigepreis erzeugt den Verdacht, er hänge davon ab, wie zahlungskräftig jemand wirkt.
Wann Zurückhaltung berechtigt ist
Es gibt zwei Fälle. Der erste: Der Preis hängt tatsächlich stark vom Einzelfall ab und eine Zahl würde mehr verwirren als helfen. Der zweite: Berufsrechtliche Vorgaben schränken Preiswerbung ein — in Gesundheitsberufen ein realer Punkt, der vor der Veröffentlichung abzuklären ist.
Beides heißt aber nicht „gar nichts sagen".
Die Lösung dazwischen
Ab-Preise mit Bezugsgröße. „Ab 90 Euro je Einheit à 50 Minuten" ist ehrlich und trotzdem eine Orientierung.
Spannen statt Punkte. „Zwischen 400 und 900 Euro, je nach Aufwand" — dazu ein Satz, wovon es abhängt. Genau dieser Satz schafft das Vertrauen, nicht die Zahl.
Ein Rechner. Wenn sich der Preis aus wenigen Entscheidungen ergibt, lassen Sie den Besucher sie treffen. Er bekommt seine Zahl, Sie bekommen eine vorqualifizierte Anfrage.
Was nicht enthalten ist. Nebenkosten, die später dazukommen, gehören dorthin, wo der Preis steht. Alles andere fällt beim Angebot auf Sie zurück.
Der Test
Rufen Sie drei Mitbewerber an und fragen Sie nach dem Preis. Wenn Sie ihn in zwei Minuten erfahren, ist Ihr Preis ohnehin vergleichbar — dann können Sie ihn auch gleich hinschreiben und die zwei Minuten sparen.
Unser Fazit
Transparenz kostet die Anfragen, die Sie nicht wollten, und bringt die, die zu Ihnen passen. Wo eine exakte Zahl nicht geht, geht fast immer eine Spanne mit einer Erklärung. Wir halten es auf unserer eigenen Seite genauso — aus Überzeugung und weil es die Gespräche besser macht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zu Ihrem konkreten Fall wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.